Der Kristallplanet

BAD TÖLZ | MARIONETTEN-THEATER

Getriebe auf Kühlung – Andruck sinkt:  0.2 g,  0.1,  0.05, 0. 0 g – exakt Null“ – so beginnt die Aufführung im kleinen Marionettentheater von Bad Tölz, die bereits mehr als tausend Zuschauer gesehen haben. Die Story stammt aus der Feder des Grand Seigneur der deutschen Nachkriegs-SF, Herbert W. Franke, der die Geschichte eigens für die Tölzer  Marionettenbühne geschrieben hat.

Seit 2007 brechen die zierlichen Figuren an Fäden von Oberbayern zum Kristallplaneten auf – zu einer Konfrontation mit ganz andersartigem intelligenten Leben auf kristalliner Struktur. Auf ihrer Reise werden ihre Handlungen von einem geheimen Kontroll- zentrum auf der Erde minutiös überwacht. Insofern dreht sich das Stück nicht nur um den Kontakt mit fremden Intelligenzen, sondern ist mit den Astronauten am Draht gleichzeitig eine düstere Allegorie des modernen Überwa- chungsstaates, der heute durch die modernen Technologien eine ganz neue Dimension erhält. Franke wählte das Spiel mit den Figuren am Draht ganz gezielt als Allegorie für diese Geschichte, in der sich die Hauptakteure in Wirklichkeit nicht frei bewegen können, sondern auch auf der Bühne von einer anderen Instanz – dem Marionettenspieler im Hintergrund des Geschehens – geführt sind.

Sobald sich der Vorhang öffnet, taucht der Zuschauer mit den Akteuren in die Weiten des Universums ein und verfolgt das spannende Abenteuer einer Reise ins ferne Ungewisse. Traditionelles Puppenspiel und illusionäre Tricktechnik verzaubern die Bühne in einen multi- medial-utopischen Raum, der die Gedanken frei fliegen lässt. Pressestimme Süddeutsche Zeitung: „Es ist eine faszinierende Reise in ein düsteres, fremdes Universum  – und gleichzeitig ein kühnes gedankliches Experiment: Ist Intelligenz an uns Menschen gebunden oder kann die für sich allein, in kristalliner Form, zeitlos, friedlich und sinnvoll existieren?“ 

Das Marionettenspiel Der Kristallplanet – ein multimediales Theaterstück für Figuren am Draht – gehört inzwischen zum festen Repertoire des Marionettentheaters Bad Tölz. Es verbindet erstmals klassische Bühneneffekte mit modernster Tricktechnologie, die Maly-Motta und Bille speziell für dieses Stück entwickelten. Neben konventionellen Tricktechniken kommen auch spezielle Mikrotricks sowie Computeranimationen zum Einsatz. Die Landschaft des Kristallplaneten entstand beispielsweise im „Institut für wissenschaftliche Fotografie“ von Christina und Manfred P. Kage mit modernster Video-Mikroskopie kristalliner Mikro-Strukturen. Die digitalen Tricks hat der Regisseur Albert Maly-Motta entwickelt.

Für die Sprachaufnahmen, die unter der Regie der Radio-/TV-Sprecherin Sabine Kastius entstanden, konnte ein Team bekannter Schauspieler und Sprecher gewonnen werden: Helmut Stange, Reinhard Glemnitz, Katja Schild, Armin Berger und Peter Weiss, die den Marionetten auf der Bühne mit ihren ausdrucksvollen Stimmen unverwechselbare Individualität geben.

Das Raumschiff auf dem Weg zum Kristallplaneten.
Die Astronauten-Crew im Cockpit.
Herbert W. Franke liest vor dem Start eine Story.
Herbert W. Franke mit zwei Darstellern. (Fotos oben: Marionettentheater Bad Tölz und Sabine Täger)

Regie und Computeranimationen: Albert Maly-Motta
Technik und Bühnenkulisse: Karl-Heinz Bille
Drehbuch: Herbert W. Franke
Mikrotrick: Christina und Manfred P. Kage | Institut für wissenschaftliche Fotografie | Schloss Weißenstein
Sprecher: Armin Berger, Reinhard Glemnitz, Sabine Kastius, Katja Schild, Helmut Stange, Peter Weiss
Dialogregie: Sabine Kastius
Marionetten und Bühnenbild: Berufsfachschule für Holzbildhauerei
Marionettenspieler: Albert Maly-Motta, Karl-Heinz Bille, Ute Hübner, Florian Markel
Produzenten: Susanne Päch und Marionetten-Theater Bad Tölz

Weitere Details und Spielplan unter Telefon (08041) 74176 oder www.marionetten-toelz.de