art meets science ist ein Veranstaltungsprojekt zu Ehren des Physikers, Künstlers und Höhlenforschers Herbert W. Franke






Computergrafiken: Herbert W. Franke und Horst Helbig

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Biographie

Ein Leben zwischen zwei Kulturen

Herbert W. Franke

Herbert W. Franke, 1927 in Wien geboren, studierte in Wien Physik und Philosophie, wo er 1951 zum Dr. phil. der Physik promovierte.

Sein Leben ist von drei wesentlichen Arbeitsfeldern bestimmt, die die Vielfältigkeit seines Schaffens dokumentieren. Sein geistiges Werk beruht gleichermaßen auf der Kreativität des Künstlers wie auf der Rationalität des Forschers, die in seiner Person ideal verbunden sind.

Sein gesamtes Leben war vom Brückenschlag dieser zwei Kulturen geprägt.

Prof. Dr. Herbert W. Franke wurde 2007 von seinem Heimatland Österreich das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen.

Herbert W. Franke und die bildende Kunst

Als Vorreiter der maschinell erzeugten Kunst hat Herbert W. Franke im Lauf von sechzig Jahren mit höchst unterschiedlichen Methoden sowie verschiedenartigen Geräten - von analogen Apparaten bis zu digitalen Rechnern - regelmäßig grafische Kunstwerke geschaffen. Er war in unzähligen Ausstellungen vertreten, darunter auch in der "Biennale" in Venedig.

Als Mit-Gründer der "ars electronica" in Linz hat das gewählte Mitglied des Künstlerhauses in Wien und der Deutschen Gesellschaft für Photographie ein weltweit einmaliges Kunst-, Medien- und Technologie-Forum mit geschaffen.

Die Computerkunst hat er nicht nur als ein weltweit anerkannter Pionier der Szene von den Anfängen bis zum heutigen Tag aktiv mitgestaltet, sondern seit fünfzig Jahren zudem eine weltweit einmalige internationale Sammlung von Computergrafiken zusammengestellt, die vor Kurzem in den Besitz der Kunsthalle Bremen übergegangen ist. Seine Website erreicht man unter:

Herbert W. Franke als Publizist und Literat

Auch in seinen literarischen Arbeiten ist er den ihn interessierenden Themen treu geblieben, die traditionell nicht zum Repertoire eines Schriftstellers gehören: Themen an der Nahtstelle von Wissenschaft und Technik einerseits sowie andererseits Mensch und Gesellschaft.

Es geht in Frankes Zukunftsromanen und Geschichten nicht um die Vorhersage morgiger Technologien, auch nicht wirklich um die Prognose unseres künftigen Morgen, sondern vielmehr um die intellektuelle Auseinandersetzung mit möglichen Modellen unserer Zukunft und ihrer philosophischen und auch ethischen Interpretation.

Franke - gewähltes Mitglied des PEN-Clubs sowie der Grazer Autorenversammlung - gehört heute zu den renommiertesten Autoren utopischer Literatur im deutschsprachigen Raum.

Er war zwanzig Jahre Autor des Suhrkamp Verlags und hat nach Einstellung der "Phantastischen Reihe" nun beim Deutschen Taschenbuch-Verlag seine neue Heimat gefunden.

Seine literarischen Arbeiten wurden vielfach mit Preisen ausgezeichnet. Er schrieb zudem zahlreiche Hörspiele, die in vielen Sendern ausgestrahlt wurden.

Herbert W. Franke und die theoretische Forschung

Eine Biografie von Herbert W. Franke wäre jedoch nicht vollständig, wenn sie nicht auch zu seiner Tätigkeit als Wissenschaftler etwas berichten würde. Obwohl er nach seiner Promotion abgesehen von fünf Industrie-Jahren bei Siemens stets freiberuflich tätig war, hat er wertvolle Beiträge zur Grundlagenforschung geleistet.

Seit seiner Studienzeit befasste er sich als Höhlenforscher mit Fragen der Entstehungsgeschichte von Karsthöhlen. Schon 1951 - nur zwei Jahre nach Libbys Entdeckung des natürlichen Radiokohlenstoffs zur Altersbestimmung organische Substanzen - kam Franke zu dem überraschenden Schluss, dass diese Methode auch für die Datierung anorganischer Substanzen nutzbar sein müsste. Heute ist die Methode für die Datierung der Tropfsteine etabliert und bildet für die Klimaforschung des Paläozoikums einen wichtigen Baustein, so dass er als Pionier der heute stark an Bedeutung gewonnenen Paläoklimatologie angesehen werden kann.

Als theoretischer Physiker, der vom Prinzip der Wechselwirkung von Systemen fasziniert war, befasste er sich früh auch mit Fragestellungen der Kybernetik und brachte diese kreativ auf Wahrnehmung und Kunst an: Mit der in den sechziger Jahren veröffentlichten "rationalen Kunsttheorie" beschrieb er die Wahrnehmung als Schlüssel der Ästhetik und damit die Kunst als ein mit Formeln der Informationstheorie erfassbares Konstrukt. Er beschrieb das Wirkungsschema der Kunst in einem Flussdiagramm. Im Laufe seiner Arbeiten zur "rationalen Ästhetik" leistete er auch beachtliche Beiträge zur Wahrnehmungspsychologie. Als erster erkannte er die Funktion der Emotionen als Signale zur Steuerung des Verhaltens. Er legte weiter eine auf Zufallsprozessen im Gehirn beruhende Hypothese zur Kreativität vor, die auch ein Modell des Traums nahelegt.

Schließlich gab er theoretische Gründe dafür an, dass zur Beschreibung der physikalischen Welt statt einer "Weltformel" ein Programm gesucht werden sollte, und gab auf der Basis zellularer Automaten einige grundsätzliche Eigenschaften eines solchen Programms an. Diese Erkenntnisse hat er in einem philosophisch-theoretischen Buch mit dem Titel "Das P-Prinzip" 1995 veröffentlicht.

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Gesellschaft für Computergrafik und Computerkunst e.V. Phantastische Bibliothek Wetzlar Deutsche Gesellschaft für Photographie Deutscher Taschenbuch Verlag mce GmbH Spektrum der Wissenschaft Josef Keller GmbH & Co. Verlags-KG

Bad Tölz
Marionettentheater

Der Kristallplanet

Das Marionetten-Stück "Der Kristallplanet" von Herbert W. Franke: ein Theaterstück aus der Zukunft für vier Marionetten und multimediale Bühnentricks. Weitere Infos zum Kristallplanet. Das "Making Of" finden Sie auf Hyperrraum.TV

Der Kristallplanet

Programm "Mondrian"

Interaktive Kunst der "Siebziger"

Die "Gesellschaft für Computergrafik und Computerkunst e.V." hat anlässlich des 80. Geburtstags das Programm "Mondrian" als Download für Windows-Rechner emuliert. Es entstand 1979 für den Spielecomputer TI 99/4 und gilt als eines der ersten kommerziell vertriebenen interaktiven Computerkunst-Programme für PCs. mehr...

Statement zum 80. Geburtstag von Herbert W. Franke

Dr. Lutz-W. Wolff

Verlagsleiter Deutscher Taschenbuch-Verlag

"Natürlich gibt es immer noch Leute, die glauben, Science-Fiction sei etwas für kleine Buben. Meist sind das dieselben, die mit ihren Köpfen noch weit in der Vergangenheit leben und einfach nicht wahrhaben wollen, dass die Zukunft heute viel schneller kommt, als das früher der Fall war.
Diesen Erkenntnisverweigerern hat Herbert W. Franke ein Lebenswerk entgegengestellt, das uns helfen soll, zukunftsfähig zu werden. Dafür möchte ich ihm herzlich danken und gleichzeitig wünschen, dass er im Kopf noch lange ein "kleiner Bub" bleiben möge: neugierig, mutig und unverdrossen trotz allem."

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