art meets science ist ein Veranstaltungsprojekt zu Ehren des Physikers, Künstlers und Höhlenforschers Herbert W. Franke











Computergrafiken: Herbert W. Franke und Horst Helbig

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Das Schlaglicht

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Kunst zwischen ornamenalem Überschwang und minimalisierter Abstraktion



7.12.2017: Unter dem Titel „Ornament = Crime?“ wurde im Sommer 2017 das Museum der spanischen Stiftung „Per Amor a l’Art“ in Valencia eröffnet. Die private Kunst-Sammlung hat mit dem Ausstellungsgelände Bombas Gens - einer ehemaligen Fabrik für die Herstellung von Pumpen - ein grandioses Zuhause erhalten. Auf mehr als 6000 Quadratmetern werden der Öffentlichkeit in wechselnden Ausstellungen sowohl die Werke der Sammlung sowie Präsentationen eingeladener Gäste zugänglich gemacht. Das Bombas Gens Kunstzentrum in Valencia - Foto: Bombas Gens

Für die Stiftung arbeitet mit Vicente Tidolí der frühere Direktor des Museums Tate Modern in London als international renommierter Experte. Er ist Berater der Kunst-Stiftung und hat zusammen mit der Sammlungs-Direktorin Nuria Enguita Mayo die Eröffnungs-Ausstellung kuratiert. „Ornament = Crime?“ setzt sich mit dem berühmten Slogan des Wiener Architekten Alfred Loos auseinander, mit dem dieser am Anfang des 20. Jahrhunderts an die Öffentlichkeit trat. Loos gilt als Wegbereiter der klassischen Moderne und hat am Anfang des 20. Jahrhunderts den sich entwickelnden Stil der Neuen Sachlichkeit mit geprägt. Die daraus erwachsene, ganz neue Forderung, die Form habe sich der Funktion unterzuordnen, hat Loos in seiner berühmten Schrift „Ornament und Verbrechen“ schon am Beginn der neuen Kunstrichtung auf die Spitze getrieben. Der von ihm mitgestaltete Modernismus der Neuen Sachlichkeit, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts als großer Gegentrend zum Jugendstil durchzusetzen begann, verurteilte das Ornament, ja jegliches dekoratives Element als überflüssig für die Kunst und missbilligte das dekorative Element ganz generell als Mittel der Ästhetik. In der Malerei führte dieser Stil bis zum abstrakten Minimalismus.

In der Ausstellung im Bombas Gens - hier weiterführende Infos mit einem Video - soll nun gezeigt werden, dass Künstler in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ornamentale Strukturen sowie den reichen Formenschatz der Natur wiederentdeckt und dabei durchaus auch ins Spannungsfeld zur Abstraktion gesetzt haben. Die Ausstellungshalle „Ornament = Crime?“ - Foto: Bombas Gens

Es sind zahlreiche Beispiele zu sehen, wie sich Künstler seit den fünfziger Jahren bis jetzt mit dieser ungewöhnlichen, dialektischen Beziehung zwischen Ausschmückung und Abstraktion auseinandergesetzt haben. Ein Schwerpunkt der Exponate wie der Sammlung ist dabei die Fotografie als Kunstform. So gibt es in der Ausstellung, die noch bis Ende Februar zu sehen ist, Fotografien des menschlichen Körpers ebenso wie florale Motive, beispielsweise von Karl Blossfeldt, einem deutschen Fotografen, der mit formalen Pflanzenfotografien bekannt wurde.

Zu sehen ist auch eine Bildgruppe der frühen Experimente des österreichischen Physikers und Künstlers Herbert W. Franke. Ihm ging es bei seinen künstlerischen Fotoarbeiten nicht um den Formenschatz der sichtbaren Natur. Franke sagt: „Mich interessierten die Bereiche der Natur, die sich dem Auge entziehen und die erst mit Werkzeugen der wissenschaftlichen Fotografie sichtbar werden. Dazu zählen beispielsweise Schwingungen von Elektronen.“ Insofern steht Franke in der Tradition von Ernst Haeckel, der 1899 in „Kunstformen der Natur“ mit Hilfe eines Mikroskops erstmals den Formenschatz der bis dahin unsichtbaren Mikrowelt aufdeckte und zeichnerisch festhielt. Doch Franke geht über die reine Abbildung der natürlichen Schönheit Haeckelscher Prägung hinaus. Er nutzt solche Methoden nicht nur zur Abbildung des Unsichtbaren, sondern gestaltet sie unter ästhetischen Gesichtspunkten, um mit apparativer Hilfe rein künstlerische, also ästhetisch wirkende Bilder zu erzeugen. So wurden mehrere dieser Motive mit einem Analogrechner gestaltet und anschließend mit bewegter Kamera vom Bildschirm eines Oszillographen aufgenommen. Herbert W. Franke beim Besuch im Bombas Gens vor dem Bilderset verschiedener Arbeiten - Foto: Bombas Gens

"Experimentelle Ästhetik" - Museum für Angewandte Kunst, Wien

Zum fünfzigjährigen Jubiläum einer Ausstellung

1959 eröffnete das "Museum für angewandte Kunst" in Wien die Ausstellung "Experimentelle Ästhetik" mit Bildern des Physikers und Künstlers Prof. Dr. Herbert W. Franke. Zum ersten Mal auf dem alten Kontinent präsentierte ein anerkanntes Kunstmuseum eine umfängliche Ausstellung mit maschinell erzeugter Bildkunst – ein Meilenstein in der noch jungen Geschichte der elektronischen Künste.

Anlässlich dieses Jubliäums können Sie hier die Bilder dieser Ausstellung virtuell noch einmal erleben und Wissenswertes dazu erfahren. Heute gilt Franke weltweit als Pionier der elektronischen Kunst, der er über fünfzig Jahre hinweg nicht nur als Künstler, sondern auch als Theoretiker und Publizist wichtige Impulse verliehen hat.

Virtuelle Ausstellung besuchen.

Veranstaltungsreihe

Wissenschafts-Talks mit Herbert W. Franke

Die Reihe "art meets science" fand im Frühsommer 2007 zum achtzigsten Geburtstag des Computerkünstlers und Literaten Prof. Dr. Herbert W. Franke an verschiedenen Orten in Deutschland und Österreich statt. In einem moderierten Wissenschafts-Talk diskutierte er mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Herkunft über Themen wie die Zukunft des Menschen, über die Entstehung von Kunst, über Fragen des Menschseins und der Künstlichen Intelligenz sowie Realität, Wahrnehmung und Cyberspace. Alle Veranstaltungen sind über einen Webcast abrufbar.

Alle Veranstaltungen

24. Mai 2007 | Wien

Künstlerhaus Wien

Wissenschafts-Talk:

Leonardo 3000: Die alternative Schöpfung

Vernissage zur Computerkunst-Ausstellung:

"Kunst im Binärcode" - Computerkunst-Ausstellung mit Bildern von Herbert W. Franke

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

6. Juni 2007 | Berlin

Archenhold Sternwarte

Wissenschafts-Talk:

"Homo sapiens: Unfall, Zufall oder Ziel der Natur?"

Multimedia-Performance im Planetarium:

Weltraum-Texte im Planetarium der Sternwarte, präsentiert unter dem Licht der Sterne, mit einführenden Worten von Herbert W. Franke

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

14. Juni 2007 | Dresden

T-Systems Multimedia Solutions

Wissenschafts-Talk:

"Mensch spielt Gott - selbstlernende Automaten auf dem Vormarsch"

Vernissage zur Computerkunst-Ausstellung:

"Kunst im mathematischen Code" - mit Bildern von Herbert W. Franke

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

20. Juni 2007 | Bremen

Kunsthalle Bremen

Wissenschafts-Talk:

"Von Menschen und Maschinen: Das Ich, die Emotion und die Kunst"

Vernissage zur Computerkunst-Ausstellung:

Ex machina - Frühe Computergrafik bis 1979: Die Sammlungen Franke und andere Stiftungen in der Kunsthalle Bremen. Herbert W. Franke zum 80. Geburtstag

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

5. Juli 2007 | Karlsruhe

ZKM

Wissenschafts-Talk:

"Die universale Achterbahn: Im Netz der Illusion"

Aufführung "Hommage à E. M.":

Multimedia-Ballett für eine Tänzerin und einen interaktiv eingreifenden Bildgestalter

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

12. Juli 2007 | München

Akademie der Bildenden Künste München

Wissenschafts-Talk:

"Und Gott würfelt doch! Zufall und Notwendigkeit im Universum"

Multimediale Computerkunst-Performance:

Unter Mitwirkung von Herbert W. Franke

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

Mit-Veranstalter

Medienpartner

Sponsor

Gesellschaft für Computergrafik und Computerkunst e.V. Phantastische Bibliothek Wetzlar Deutsche Gesellschaft für Photographie Deutscher Taschenbuch Verlag mce GmbH Spektrum der Wissenschaft Josef Keller GmbH & Co. Verlags-KG
Herbert W. Franke
Kunst-Karten-Kaufen

Bad Tölz
Marionettentheater

Der Kristallplanet

Das Marionetten-Stück "Der Kristallplanet" von Herbert W. Franke: ein Theaterstück aus der Zukunft für vier Marionetten und multimediale Bühnentricks. Weitere Infos zum Kristallplanet. Das "Making Of" finden Sie auf Hyperrraum.TV

Der Kristallplanet

Die Zukunftsmaschine

Frankes beste Kurzgeschichten

Die Phantastische Bibliothek Wetzlar veröffentlicht mit dem Titel "Die Zukunftsmschine" einen Sammelband mit den besten utopischen Kurzgeschichten von Herbert W. Franke. Sein erster Band mit superkurzen Short Stories, der bereits 1960 unter dem Titel "Der grüne Komet" bei Goldmann erschien, gilt als Klassiker der deutschen SF-Literatur. Der bibliophile Jubiläumsband kann bei der mce GmbH bestellt werden.

Die Zukunftsmaschine von Herbert W. Franke

Der Band enthält 49 Kurzgeschichten aus 49 Jahren, umfasst 285 Seiten und kostet 18,00 EUR.

"art meets science" in der
Archenhold-Sternwarte Berlin

In der Archenhold-Sternwarte ging es bei "art meets science" um das Thema: "Homo sapiens: Unfall, Zufall oder Ziel der Natur?" An dem Abend zu Ehren von Prof. Dr. Herbert W. Franke sprach er mit Prof. Dr. Dieter Herrmann und Prof. Dr. Ingo Rechenberg darüber, ob die Entstehung von Leben zum Plan des Universums gehört, was die Technik von der Evolution lernen kann und was nach dem Menschen kommt.

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