art meets science ist ein Veranstaltungsprojekt zu Ehren des Physikers, Künstlers und Höhlenforschers Herbert W. Franke











Computergrafiken: Herbert W. Franke und Horst Helbig

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Der Bildkünstler als Choreopraph: Tanz der Elektronen



Ausstellungs-Vernissage „Computergrafik-Galerie 1984“ im Digital Art Museum, Berlin

Freitag, 19. Januar +++ 19 – 21 Uhr +++ Eintritt frei +++ DAM Berlin +++ Seydelstr. 30 +++ 10117 Berlin

16. Januar 2018: 1984 erschien von Herbert W. Franke im DuMont Verlag das Buch „Computer-Grafik Galerie“, die nun Vorlage für eine aktuelle Ausstellung des Digital Art Museum in Berlin ist. Es zeigt einen internationalen Überblick der wichtigsten Vertreter einer neuen Kunstrichtung, die in den sechziger Jahren entstand, und die Herbert W. Franke als Künstler, aber auch als Publizist entscheidend mit geprägt hat. Denn Franke ging es nicht nur um seine eigenen Werke, ihm ging es um einen grundlegend neuen künstlerischen Trend, den man als Algorithmisierung der Produktion von Bildwerken bezeichnen könnte. Es ist dies Bildkunst, mit Maschinen generiert. Das hat weitreichende Folgen im Selbstverständnis eines Bildkünstlers, der damit nicht mehr die manuelle Fähigkeit, sondern die strukturelle Konzeption ins Zentrum seiner Werke stellt, etwa so, wie der Choreograf Bewegungselemente zu einem künstlerischen Tanz kombiniert – nur, dass es in der Computerkunst Elektronen sind, die den Tanz dann präsentieren. Die Ausstellung zeigt neben Grafiken von Franke wegweisende Künstler des Algorithmus, die Franke in der Computergrafik-Galerie vorgestellt hat, darunter Manuel Barbadillo, Horst Bartnig, Peter Beyls, Harold Cohen sowie Edvard Zajec.

Frankes eigene Kunstexperimente reichen bis in den Anfang der fünfziger Jahre zurück. Der gerade 23-jährige Herbert W. Franke, frisch promovierter theoretischer Physiker, war Anfang der fünfziger Jahre fasziniert von der Welt der Bilder, die wissenschaftliche Apparaturen wie Mikroskope hervorbrachten. Als er während seines Studiums gesehen hatte, dass in der Wissenschaft – zwar nicht als Ziel, aber doch gelegentlich als Abfallprodukt – auf den Betrachter „schöne“ Bilder entstanden, und das ganz unabhängig vom wissenschaftlichen Wert, regte das den Forscher an, über eine zukünftige Kunstmaschine nachzudenken. Doch beim Denken allein sollte es für den künstlerisch begabten Franke nicht bleiben. Schon als Jugendlicher hatte Franke kleine Werke gezeichnet, noch ganz konventionell mit Stift auf Papier. Bereits in diesen Zeichnungen, die heute in der Sammlung Herbert W. Franke in der Kunsthalle Bremen ihre neue Heimat gefunden haben, ist zu erkennen, wohin ihn die Reise einst führen sollte. In dieser „Handschrift“ lassen sich die Algorithmen des späteren Computerkünstlers bereits finden.

Zeichnung von Herbert W. Franke mit dem Titel "Die Sonne" aus dem Jahr 1950.

So wollte es Franke also nicht beim Theoretisieren belassen, sondern mit der anvisierten Kunstmaschine auch selbst experimentieren und gestalten. Sein Freund, der Physiker Franz Raimann, baute ihm dazu 1954 einen Analogrechner, auf der Grundlage einer damals ganz neuartigen Technologie, mit dem sich die grundlegenden Rechenoperationen wie Addition und Subtraktion, Multiplikation und Division sowie Differentiation und Integration ausführen ließen.

Herbert W. Franke, 1955 am Analogrechner.

Die die Gestaltung bestimmenden Parameter ließen sich mit dieser ersten Kunstmaschine Frankes interaktiv und unter Sichtkontrolle gezielt über die analoge Programmierung des Rechners beeinflussen. Als Ausgabegerät des Rechners diente damals ein von einem Elektronikbastler ausgeliehener Kathodenstrahl-Oszillograph, der allerdings mit fünf Zentimetern Durchmesser nur ein winziges Display hatte. Die Bilder dieser ersten Serie, die mit diesem Gesamtsystem zwischen 1954 und 1955 mit einem Fotoapparat festgehalten wurden, erhielten den Namen „Oszillogramme“. Die Aufnahmen zeigten noch die reinen Kurvenformen, so, wie sie am Bildschirm zu sehen waren.

Bild aus der Werkgruppe „Analogrechner“, Serie „Oszillogramm“, entstanden 1954-1955.

Doch schnell begann Franke auch mit weiteren Fotoexperimenten. Der kreative Kopf bewegte die Fotokamera bei geöffneter Blende während der Aufnahme frei im Raum. So kam es zu der typischen Ausfächerung der Motive der Serie „Pendeloszillogramme“.

Bild aus der Werkgruppe „Analogrechner“, Serie „Pendeloszillogramm“, entstanden 1954-1959.

Im Jahr 1961 hatte Franke die Gelegenheit, einen mit zehn Zentimetern Durchmesser deutlich verbesserten Oszillographen an den Rechner anschließen zu können. Mit ihm entstand in den Jahren 1961 und 1962 die Serie „Tanz der Elektronen“. Die zarten Strukturen wurden dank der besseren Auflösung möglich, die nun Kurvenüberlagerungen mit transparenten Lichteffekten zuließ.

Bild aus der Werkgruppe „Analogrechner“, Serie „Tanz der Elektronen“, entstanden 1954-1959 – Motiv einer neu aufgelegten, limiterten Kleinserie von 10 Stück.

Für die Ausstellung im Digital Art Museum erscheinen jetzt aus der Serie „Tanz der Elektronen“ zwei Motive in einer Kleinserie mit limitierter Auflage von zehn Stück.

Ab 1964 begann für Herbert W. Franke dann die Zeit, in der er mit Digitalrechnern zu arbeiten begann. Für etliche dieser Maschinen hat er bis heute Algorithmen und Programme geschrieben, mit denen er deren Fähigkeiten vor allem für interaktive und dynamische Werke nutzte.

Werkgruppe interaktive Grafiken, Serie apple GS, Programm „Kaskade“ aus dem Jahr 1983: Das dynamische Programm aus dem Jahr ließ sich über eine Midi-Schnittstelle über Musik steuern.

"Experimentelle Ästhetik" - Museum für Angewandte Kunst, Wien

Zum fünfzigjährigen Jubiläum einer Ausstellung

1959 eröffnete das "Museum für angewandte Kunst" in Wien die Ausstellung "Experimentelle Ästhetik" mit Bildern des Physikers und Künstlers Prof. Dr. Herbert W. Franke. Zum ersten Mal auf dem alten Kontinent präsentierte ein anerkanntes Kunstmuseum eine umfängliche Ausstellung mit maschinell erzeugter Bildkunst – ein Meilenstein in der noch jungen Geschichte der elektronischen Künste.

Anlässlich dieses Jubliäums können Sie hier die Bilder dieser Ausstellung virtuell noch einmal erleben und Wissenswertes dazu erfahren. Heute gilt Franke weltweit als Pionier der elektronischen Kunst, der er über fünfzig Jahre hinweg nicht nur als Künstler, sondern auch als Theoretiker und Publizist wichtige Impulse verliehen hat.

Virtuelle Ausstellung besuchen.

Veranstaltungsreihe

Wissenschafts-Talks mit Herbert W. Franke

Die Reihe "art meets science" fand im Frühsommer 2007 zum achtzigsten Geburtstag des Computerkünstlers und Literaten Prof. Dr. Herbert W. Franke an verschiedenen Orten in Deutschland und Österreich statt. In einem moderierten Wissenschafts-Talk diskutierte er mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Herkunft über Themen wie die Zukunft des Menschen, über die Entstehung von Kunst, über Fragen des Menschseins und der Künstlichen Intelligenz sowie Realität, Wahrnehmung und Cyberspace. Alle Veranstaltungen sind über einen Webcast abrufbar.

Alle Veranstaltungen

24. Mai 2007 | Wien

Künstlerhaus Wien

Wissenschafts-Talk:

Leonardo 3000: Die alternative Schöpfung

Vernissage zur Computerkunst-Ausstellung:

"Kunst im Binärcode" - Computerkunst-Ausstellung mit Bildern von Herbert W. Franke

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

6. Juni 2007 | Berlin

Archenhold Sternwarte

Wissenschafts-Talk:

"Homo sapiens: Unfall, Zufall oder Ziel der Natur?"

Multimedia-Performance im Planetarium:

Weltraum-Texte im Planetarium der Sternwarte, präsentiert unter dem Licht der Sterne, mit einführenden Worten von Herbert W. Franke

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

14. Juni 2007 | Dresden

T-Systems Multimedia Solutions

Wissenschafts-Talk:

"Mensch spielt Gott - selbstlernende Automaten auf dem Vormarsch"

Vernissage zur Computerkunst-Ausstellung:

"Kunst im mathematischen Code" - mit Bildern von Herbert W. Franke

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

20. Juni 2007 | Bremen

Kunsthalle Bremen

Wissenschafts-Talk:

"Von Menschen und Maschinen: Das Ich, die Emotion und die Kunst"

Vernissage zur Computerkunst-Ausstellung:

Ex machina - Frühe Computergrafik bis 1979: Die Sammlungen Franke und andere Stiftungen in der Kunsthalle Bremen. Herbert W. Franke zum 80. Geburtstag

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

5. Juli 2007 | Karlsruhe

ZKM

Wissenschafts-Talk:

"Die universale Achterbahn: Im Netz der Illusion"

Aufführung "Hommage à E. M.":

Multimedia-Ballett für eine Tänzerin und einen interaktiv eingreifenden Bildgestalter

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

12. Juli 2007 | München

Akademie der Bildenden Künste München

Wissenschafts-Talk:

"Und Gott würfelt doch! Zufall und Notwendigkeit im Universum"

Multimediale Computerkunst-Performance:

Unter Mitwirkung von Herbert W. Franke

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

Mit-Veranstalter

Medienpartner

Sponsor

Gesellschaft für Computergrafik und Computerkunst e.V. Phantastische Bibliothek Wetzlar Deutsche Gesellschaft für Photographie Deutscher Taschenbuch Verlag mce GmbH Spektrum der Wissenschaft Josef Keller GmbH & Co. Verlags-KG
Herbert W. Franke
Kunst-Karten-Kaufen

Bad Tölz
Marionettentheater

Der Kristallplanet

Das Marionetten-Stück "Der Kristallplanet" von Herbert W. Franke: ein Theaterstück aus der Zukunft für vier Marionetten und multimediale Bühnentricks. Weitere Infos zum Kristallplanet. Das "Making Of" finden Sie auf Hyperrraum.TV

Der Kristallplanet

Die Zukunftsmaschine

Frankes beste Kurzgeschichten

Die Phantastische Bibliothek Wetzlar veröffentlicht mit dem Titel "Die Zukunftsmschine" einen Sammelband mit den besten utopischen Kurzgeschichten von Herbert W. Franke. Sein erster Band mit superkurzen Short Stories, der bereits 1960 unter dem Titel "Der grüne Komet" bei Goldmann erschien, gilt als Klassiker der deutschen SF-Literatur. Der bibliophile Jubiläumsband kann bei der mce GmbH bestellt werden.

Die Zukunftsmaschine von Herbert W. Franke

Der Band enthält 49 Kurzgeschichten aus 49 Jahren, umfasst 285 Seiten und kostet 18,00 EUR.

"art meets science" in
Dresden

Zum Thema "Künstliche Intelligenz" tauschte sich Prof. Dr. Herbert W. Franke (2.v.r.) mit dem KI-Experten Prof. Dr. Wolfgang Wahlster (r.) sowie dem Psychologen Prof. Dr. Dietrich Dörner (2. v. l.) aus. Nach Frankes Überzeugung sei "die Schaffung künstlicher Intelligenzen durch den Menschen künftig nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich." Und sein Ausblick in die Zukunft: "Dass diese Wesen einst den Menschen an Intelligenz übersteigen können, ist ebenfalls nicht auszuschließen". Moderiert wurde der Wissenschafts-Talk von der Wissenschafts-Publizistin Dr. Susanne Päch.

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